Presseinformation
vom 26.05.2026, Nr. 80
Vorstellung der Naturschutz-Ranger 2026
Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Landrat Ludwig Schmid hat bei einem Pressetermin an der Kiesbank bei Gaißach die elf Naturschutz‑Rangerinnen und ‑Ranger des Landkreises vorgestellt. „Die Isar ist für unseren Landkreis nicht nur ein Fluss, sie ist ein roter Faden, der Landschaften, Lebensräume und Menschen verbindet“, betonte Schmid und fügte hinzu: „Dass es so schön bleibt, ist eine Aufgabe, die wir leisten müssen. Eine gesellschaftliche Aufgabe die an Ihnen hängenbleibt.“
Die Naturschutz‑Rangerinnen und Ranger des Landkreises Bad Tölz‑Wolfratshausen sind das sichtbare Gesicht des Naturschutzes vor Ort. Insgesamt sind derzeit elf Rangerinnen und Ranger im Einsatz: vier im Nordlandkreis und sieben im Südlandkreis, zu dem auch die Bereiche rund um Walchensee und Sylvensteinsee gehören.
Ganz frisch verstärken zwei neue Kollegen das Team im Südlandkreis:
Roland Riedel bringt eine persönliche Geschichte mit: Schon als Kind zog es ihn in Wälder und an Seen. Nach Jahren mit Ausbildung, Reisen und einer Karriere in der Technologiebranche fand er in der Lebensmitte über ehrenamtliches Engagement im Vogelschutz zurück zur praktischen Naturschutzarbeit. Als qualifizierter Wiesenbrüterberater und Naturschutzwächter sieht er in der Tätigkeit bei den Naturschutz‑Rangern die Chance, fachlich fundiert und im Team zum Schutz von Arten und Lebensräumen beizutragen und andere für die Natur zu begeistern.
Maximilian Off hat Forstingenieurwesen studiert. Als Ranger möchte er Besucherinnen und Besucher ansprechen, für die Schutzbedürftigkeit der Natur sensibilisieren und Schutzregeln verständlich erklären. „Als Einheimischer schätze ich die einzigartige Landschaft sehr – sie zu erhalten, ist mir ein großes Anliegen. Als Ranger tätig zu sein, war schon immer mein Wunsch und ist für mich eine große Ehre“, sagt Off; ihm ist wichtig, Naturschutz und Erholungsinteressen in Einklang zu bringen.
Die meisten Stellen sind saisonal für das Sommerhalbjahr in Teilzeit eingerichtet. Vier Rangerinnen und Ranger sind darüber hinaus auch im Winter tätig und sorgen so für eine ganzjährige Präsenz in den sensiblen Bereichen.
Die Aufgaben der Naturschutz-Ranger sind breit gefächert und haben sich im Lauf der Jahrzehnte weiterentwickelt. Die Isarauen und die angrenzenden Schutzgebiete zählen zu den bedeutendsten und zugleich meistbesuchten Erholungsräumen unserer Region. Erste Schutzmaßnahmen reichen bis in das Jahr 1912 zurück, der Eintrag ins Naturschutzbuch erfolgte 1941, die heute gültige Verordnung stammt aus dem Jahr 1985. Ranger werden in der Region bereits seit den 1980er‑Jahren eingesetzt; die erste Anstellung fand 1984 statt, seit 2013 sind Rangerinnen und Ranger auch südlich von Bad Tölz tätig. Angesichts gestiegenen Besucherdrucks und neuer naturschutzfachlicher Herausforderungen übernehmen die Rangerinnen und Ranger sowohl klassische Schutz‑ und Pflegeaufgaben als auch hoheitliche Maßnahmen: Sie überwachen und setzen Landschafts‑ und Naturschutzbestimmungen sowie die Isar‑Verordnung durch, klären Besucherinnen und Besucher über Schutzregeln auf, leisten aktiven Artenschutz zum Beispiel durch das Absperren und Schützen von Brutstellen und kümmern sich um die Pflege der Schutzgebiete. Das reicht von der Beschilderung bis zur Beseitigung illegaler Feuerstellen. Umweltbildung durch Exkursionen, Führungen und Aktionsstände etwa im Rahmen der Kampagne „Naturschutz beginnt mit Dir.“ gehört ebenso zu ihrem Auftrag wie die Aufnahme von Ordnungswidrigkeiten und gegebenenfalls Platzverweise.
Hinter dem fachlichen Engagement stehen Menschen mit persönlicher Motivation:
Hans Adlwarth: „Mir geht es um den Erhalt der Natur. Ich möchte unsere Landschaft so bewahren, dass sie auch für die kommenden Generationen attraktiv bleibt. Es ist mir eine Ehre, für diesen schönen Landkreis im Dienst zu sein.“
Andreas Thomas: „Ich will die Auen schützen und zugleich für die Menschen erlebbar halten. Klare Regeln und Gespräche vor Ort sind mir wichtig.“
Bernhard März: „Als Vermittler zwischen Mensch und Natur die Vernetzung zu stärken und die Wertschätzung für Tiere und Pflanzen zu fördern, ist für mich Bestätigung und bereichernd.“
Thomas Schretzlmeier: „Ein Erlebnis, das mich sehr berührt hat, war die Zusammenarbeit mit dem Münchner Kitzretterverein, als wir Kitze vor dem Mähtod retten konnten. Solche Momente zeigen, dass Naturschutz direkt etwas bewirkt. Außerdem finde ich die aquatische Lebensweise des Bibers und das Schaffen neuer Lebensräume spannend; das polarisiert zwar, aber genau das macht den Naturschutz so lebendig. Ein besonderer Erfolg für mich ist, wenn die Leute mit neuer Sicht oder mehr Verständnis heimgehen.“
Axel Kelm: „Besonders faszinieren mich Arten wie der Uhu. Für mich geht es vor allem um Respekt zwischen Mensch und Natur. Ich setze mich dafür ein, dass ein echtes Miteinander gelingt.“
Gaby Kammerloher: „Kontakt mit den Menschen mag ich am liebsten. Meine Motivation ist die Naturbegeisterung — die gebe ich gerne weiter, indem ich Naturverständnis vermittle.“
Sabine Gerg: „Ich habe mich damals beworben, weil ich mich hier sehr heimisch fühle. Ich möchte schützen, was mir wichtig ist und wo ich aufgewachsen bin.“
Sebastian Fröhlich: „Ich möchte etwas für die Natur bewegen und insbesondere das bewahren, was noch vorhanden ist.“
Marlis Peischer
Pressesprecherin / Leitung der Pressestelle
Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen
