Das Foto zeigt einen Stapel Zeitungen mit einem Blumenstock auf der rechten Seite im Hintergrund
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Presseinformation


vom 04.11.2026, Nr. 184

Jugendbeteiligung braucht den richtigen Rahmen

Erste Jugendbürgerversammlung in Bad Heilbrunn zeigt, wie junge Menschen für die Mitgestaltung ihrer Gemeinde gewonnen werden können

Bad Heilbrunn. Mehr als 50 junge Menschen kamen zur ersten Jugendbürgerversammlung in Bad Heilbrunn in den Kursaal und brachten auf Hunderten von Zetteln ihre Ideen, Wünsche und Kritik ein. Für die Kommunale Jugendarbeit im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist die Veranstaltung ein gelungenes Beispiel dafür, wie Kinder und Jugendliche für die Mitgestaltung ihrer Gemeinde gewonnen werden können. Die große Resonanz zeigt: Das Interesse an kommunalpolitischen Themen ist vorhanden. Entscheidend ist, passende Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor war die persönliche Ansprache. Alle Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren erhielten eine persönliche Einladung per Brief. Für viele war es das erste Mal, dass ein offizielles Schreiben direkt an sie adressiert war. Damit vermittelte die Gemeinde bereits im Vorfeld eine klare Botschaft: Eure Meinung ist gefragt und ihr seid eingeladen, euch einzubringen.

Auch das Veranstaltungsformat war bewusst niedrigschwellig gestaltet. Statt langer Vorträge oder Wortmeldungen vor großem Publikum konnten die Jugendlichen ihre Gedanken an verschiedenen Thementischen festhalten. So hatten alle die Möglichkeit, sich unabhängig von Alter, Vorerfahrung oder Redegewandtheit zu beteiligen. Dabei kamen nicht nur Wünsche und Kritik zur Sprache, sondern auch die Stärken und positiven Seiten ihres Heimatortes.

„Junge Menschen müssen nicht erst für Kommunalpolitik begeistert werden. Sie brauchen Gelegenheiten, bei denen ihre Perspektiven ausdrücklich gefragt sind und sie tatsächlich etwas mitgestalten können“, lautet das Fazit von Julius Larasser, Kreisjugendpfleger im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen.

Besonders vielversprechend ist der von Bürgermeister Michael Herrmann angekündigte nächste Schritt: Für die Zukunft stellte er die Einführung eines Jugendbudgets in Aussicht. Die konkrete Höhe des Budgets ist bislang noch offen und muss vom Gemeinderat beschlossen werden. Über die Verwendung der bereitgestellten Mittel sollen die Jugendlichen eigenständig entscheiden können, beispielsweise im Rahmen eines Jugendrates. Damit erhalten sie nicht nur die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, sondern auch Verantwortung zu übernehmen und selbstständig Projekte und Vorhaben umzusetzen.

Nun kommt es darauf an, die gesammelten Vorschläge transparent auszuwerten, Entscheidungen nachvollziehbar zu erklären und die Jugendlichen regelmäßig über die weiteren Schritte zu informieren. Nicht jeder Wunsch wird sich verwirklichen lassen. Entscheidend ist jedoch, dass die jungen Menschen ehrliche Rückmeldungen erhalten und erfahren, was aus ihren Vorschlägen wird.

Die Jugendbürgerversammlung in Bad Heilbrunn macht deutlich: Persönliche Ansprache, verständliche Beteiligungsformate, eine wertschätzende Atmosphäre und echte Entscheidungsspielräume sind wichtige Voraussetzungen für eine gelungene Jugendbeteiligung. Wenn junge Menschen merken, dass ihre Meinung zählt und ihre Ideen etwas bewegen können, sind sie bereit, ihre Gemeinde aktiv mitzugestalten.


Sabine Schmid
Pressesprecherin
Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen