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Presseinformation


vom 18.06.2026, Nr. 100

Landkreis setzt neuen Rekord beim Stadtradeln

Größtes Team kommt aus Benediktbeuern

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Bereits zum 9. Mal beteiligte sich der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen dieses Jahr wieder beim „STADTRADELN – radeln für ein gutes Klima“, der größten bundesweiten Kampagne zur Radverkehrsförderung. Auch diesmal traten die Bürgerinnen und Bürger kräftig in die Pedale und sorgten erneut für einen Rekord. Nachdem im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 2.000 aktiven Radlerinnen und Radlern überschritten worden war, wurde dieser Wert 2026 deutlich übertroffen. Insgesamt beteiligten sich vom 2. bis 22. Mai rund 2.828 Radelnde an der Aktion und stellten mit insgesamt 386.216 zurückgelegten Kilometern einen neuen Landkreisrekord auf.

Organisiert waren die 2.828 Fahrradfahrer in 144 Teams, darunter Vereine, Ämter, Schulen, Unternehmen und Familien. Das größte Team bildete in diesem Jahr die Grundschule Benediktbeuern. Hier beteiligten sich 300 Schüler und Lehrer an der Aktion und lösten erstmals das Gymnasium Geretsried ab, welches mit 285 radelnde unterwegs war.

Der ganze Landkreis sammelte beim diesjährigen Stadtradeln 386.216 Kilometer. „Das ist so weit, wie 9,5 Mal um die Erde!“, sagt Klimaschutz- und Radverkehrsbeauftragte Felix Schreiber. Folglich wurde auch eine Menge CO2 eingespart. „Wären die gefahrenen Kilometer mit einem PKW zurückgelegt worden, wären circa 63 t CO2 ausgestoßen worden“, erklärt Schreiber und verdeutlicht damit, welchen Beitrag das Fahrrad zur Mobilitätswende beitragen kann. Dabei gehe es vor allem um die Kurzstrecken. Diese machen immerhin 58% aller zurückgelegter Wegstrecken aus, von welchen wiederum 43% mit dem PKW bewerkstelligt werden (MiD, 2017). „Da bei der Fahrt kurzer Strecken mit dem Auto überproportional viel CO2 ausgestoßen wird, ist das Einsparpotenzial hier besonders groß.“

Die Bekanntgabe der Gewinnerteams fand am 10. Juni im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung im Tölzer Landratsamt statt. Zur Feier waren neben den Siegerteams auch alle, die beim STADTRADELN in die Pedale getreten haben, herzlich eingeladen. Zusätzlich zur landkreisweiten Siegerehrung ehrte auch die Stadt Geretsried ihre fleißigsten Teilnehmer.

Bei der landkreisweiten Siegerehrung gewann unangefochten der WSV Bad Tölz die Kategorie „Team mit dem meisten Kilometern“ mit 11.110 km. Auf dem zweiten Platz landete der ADFC Bad Tölz – Wolfratshausen. Die 26 Aktiven sammelten 7.366 km. Der 3. Platz in dieser Kategorie ging auch nach Bad Tölz. Die Mitarbeitet vom Kommunalen Zweckverband sammelten im Aktionszeitraum rund 6.334 km.

Beim diesjährigen Schulradeln gab es zum ersten Mal zwei Kategorien. In der Kategorie „Schule mit den meisten Kilometer“ setzte sich wieder das Gymnasium Geretsried unter Team Kapitän Jule Steinhaus mit großem Abstand auf den ersten Platz mit 25.904 km. Den zweiten Platzt belegt das Gabriel-von-Seidl-Gymnasium Bad Tölz. Zum ersten Mal schaffte die Grundschule Lenggries es beim Schulradeln ebenfalls auf das Treppchen und löste die Realschule Bad Tölz mit 11.146 km ab.

Erstmalig wurde dieses Jahr auch eine Sonderkategorie eingeführt, nämlich die Schule mit den meisten aktiven Fahrradfahrern. Diesen Sonderpreis konnte sich die Grundschule Benediktbeuern mit 300 Personen sichern.

Auch im nächsten Jahr will der Landkreis wieder an der Aktion Stadtradeln teilnehmen.

Vor der Siegerehrung berichtete der Felix Schreiber von einigen aktuellen Themen rund um das Thema Radverkehr. Unser Mobilitätsverhalten hat sich drastisch gewandelt. Viele müssen erhebliche Wegstrecken zurücklegen, um ihre Ziele zu erreichen und entscheiden sich dafür, diese mit dem Auto zu fahren. Vor allem beim Weg in die Arbeit steht man dann schnell im Stau und sieht beim Blick nach rechts oder links oft nur eine Person im Fahrzeug. Das Stadtradeln soll dazu anregen, sich über die eigene Mobilität bewusst zu werden und darüber nachzudenken, welche Alltagstrecken man vielleicht doch mit dem Fahrrad bewältigen könnte. Das würde nicht nur CO2 einsparen und zu weniger Staus führen, sondern täte auch der eigenen Gesundheit und dem Geldbeutel gut.

Oft werden fehlende Radwege als Grund genannt, warum sich Menschen nicht häufiger aufs Rad setzen. Dazu nahm Felix Schreiber kurz Stellung. Er sagte, es sei ihm besonders an dieser Stelle wichtig, dass die Bürgerschaft weiß, was hinter den Kulissen geschieht. So wurde im letzten Jahr mit der Hilfe der Vereine, Nagel und Faden e.V., die Isarwinkler Radsportfreunde e.V. sowie der ADFC Bad Tölz - Wolfratshausen eine komplette Kontrolle der gesamten Radverkehrsbeschilderung im Landkreis durchgeführt. Beim Bau von neuen Radstrecken ist bei uns in der Region vor allem das Staatliche Bauamt in Weilheim zuständig. Die größten Herausforderungen beim Radwegebau sind der Naturschutz und der Grunderwerb. Nur wenn sich alle Eigentümer mit dem Vorhaben einverstanden sind und ein Teil ihres Grunds dafür verkaufen wollen, kann der Radweg gebaut werden. Immer wieder führen Projekte auch zum Erfolg, so gelang zum Beispiel der Bau des neuen Radwegs entlang der B13 von Bad Tölz nach Lenggries.

[Am Ende immer]

Marlis Peischer
Pressesprecherin / Leitung der Pressestelle
Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen