HPV-Impfung – Information

Der effektivste Schutz gegen eine Infektion mit HPV ist die rechtzeitige Impfung. Da sich Jugendliche bereits bei den ersten sexuellen Kontakten mit HPV anstecken können, ist eine frühzeitige Impfung besonders wichtig. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV Impfung für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren. In diesem Alter sind zwei Impfdosen für den vollen Schutz notwendig. Sie ist jedoch auch später noch möglich und sinnvoll, dann sind drei Impfdosen für einen vollständigen Schutz erforderlich.
Die Sicherheit der HPV-Impfung wurde vor und nach der Zulassung in umfangreichen Studien untersucht. Schwere Nebenwirkungen konnten dabei nicht festgestellt werden. Nach der Impfung kann es kurzfristig zu einer Rötung an der Einstichstelle oder zu grippe-ähnlichen Symptomen, Kopfschmerzen oder Schwindel kommen. Der Körper baut im Anschluss an die Impfung eine Schutzbarriere gegen HPV auf. Damit wird auch der Partner oder die Partnerin geschützt.
Welche Krankheiten können von HPV ausgelöst werden?
In Deutschland erkranken jährlich ca. 7.450 Frauen und ca. 3.000 Männer an Krebs durch HPV; pro Jahr versterben noch immer ca. 1.400 Frauen an Gebärmutterhalskrebs und über 25.000 Frauen werden wegen Krebsvorstufen am Gebärmutterhals operiert. Neben Gebärmutterhalskrebs spielen auch Genitalwarzen im Anus und Genitalbereich sowie Tumoren im Mund-Rachenraum und der Analregion eine große Rolle. Viele dieser Erkrankungen wären durch höhere Impfquoten vermeidbar.
Wie gut schützt die Impfung?
Der Anteil der HPV-bedingten Krebserkrankungen, die durch die Impfung effektiv verhindert werden können sind hoch: 96% im Mund-Rachen-Raum, 95% im Gebärmutterhals und 97% im Analbereich.
Können Kondome vor HPV-Infektionen schützen?
Kondome können eine Infektion nicht zuverlässig verhindern. Denn Papillomviren können auch bei engem Kontakt mit der Haut und Schleimhaut im Genital- und Analbereich übertragen werden, wenn beim Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzt wird. Die HPV-Impfung dagegen bietet einen effektiven Schutz vor HPV-Typen, die in den Impfstoffen enthalten sind.
Soll ich weiterhin meine gewohnte Früherkennungsuntersuchung wahrnehmen?
Ja unbedingt, denn durch die Impfstoffe werden nicht alle HPV-Typen abgedeckt, die Zellveränderungen (Dysplasien) hervorrufen können. Bei Vorsorgeuntersuchungen werden frühzeitig Gewebeveränderungen erkannt, die je nach Befund engmaschig kontrolliert oder wenn nötig therapiert werden (Gebärmutterhalsscreening/Untersuchung der Schleimhäute im Genital- und Analbereich- geschlechtsunabhängig).
Wo kann ich mich impfen lassen?
Die Impfung kann von allen niedergelassenen Ärzten durchgeführt werden oder auch beim Kinderarzt im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen (U11, J1).
Wir als Gesundheitsamt stehen Ihnen gerne beratend bei allen Fragen rund um die Impfung zur Verfügung.
