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Landkreisbeauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderung

Der Landkreis hat seit 01.01.2005 durch einen Beschluss des Kreistages einen Behindertenbeauftragten benannt.

Das kommunale Ehrenamt des Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung besteht im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen bereits seit 2005. Die Bestellung erfolgt durch einen Beschluss des Kreistags für einen Zeitraum von vier Jahren. Die rechtliche Grundlage hierfür bildet Artikel 19 des Bayerischen Behindertengleichstellungsgesetzes (BayBGG). Er ist unabhängig und weisungsungebunden. Detaillierte Regelungen sind in der „Satzung über die Bestellung einer Person für die Belange der Menschen mit Behinderung“ festgelegt. 

Häufig wird der Beauftragte auch als Landkreisbeauftragter für Menschen mit Behinderung oder als Behindertenbeauftragter des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen bezeichnet. Die Aufgaben des Landkreisbeauftragten werden im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit sowie der ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Ressourcen engagiert und gewissenhaft wahrgenommen.
Zu seinen Aufgaben zählt unter anderem die Beratung der Landkreispolitik und -verwaltung in Fragen der Behindertenpolitik, Barrierefreiheit sowie der Umsetzung des BayBGG und der Inklusionsstrategie des Landkreises.

Als zentrale Ansprechperson für die Anliegen von Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen im Landkreis übernimmt der Beauftragte eine wichtige Rolle in der Beratung und Unterstützung. Darüber hinaus wirkt er als Lotse und Berater für Menschen mit Behinderung, deren Familien und zahlreiche weitere Akteure. Mit eigenen Projekten setzt er sich für die Förderung selbstbestimmter Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Landkreis ein. Des Weiteren schreibt er Stellungnahmen zu einzelnen Bauvorhaben und berät zum Thema bauliche Barrierefreiheit.

Der Beauftragte arbeitet eng mit dem Arbeitskreis für Menschen mit Behinderung zusammen und kann sich von dessen Sprecher vertreten lassen. Zudem steht er im regen Austausch mit verschiedenen Interessensvertretungen, Dienstleistern, Behörden und anderen relevanten Institutionen.

Einen Auszug der Projekte des Landkreisbeauftragten für Menschen mit Behinderung ist auf dieser Seite zu finden.

Auch auf Ebene der Städte und Gemeinden gibt es jeweils eigene Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung. Zwar variieren die genauen Titel und Aufgabenbereiche je nach Kommune, doch alle setzen sich für die Belange von Menschen mit Behinderung in ihrer jeweiligen Stadt oder Gemeinde ein und stehen als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung. Die Kontaktdaten der Beauftragten der einzelnen Städte und Gemeinden sind in der Liste Beauftragte für Menschen mit Behinderung zu finden.


Projekte:

  • Projekt zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit Hilfsmitteln

    In der heutigen Gesellschaft stehen viele Menschen zunehmend im Mittelpunkt ihrer eigenen Bedürfnisse, was dazu führt, dass die schwächeren Mitglieder der Gemeinschaft oft übersehen oder nicht ausreichend unterstützt werden. Ein weiterer bedeutender Faktor ist die demografische Entwicklung: Viele Familienangehörige werden älter, und es fehlt an Wissen über den richtigen Umgang mit Hilfsmitteln wie Rollstühlen, insbesondere bei Angehörigen, die in der Pflege eine unterstützende Rolle einnehmen könnten.

    Um hier frühzeitig anzusetzen, organisiere ich in der Regel Rollstuhl-Tage für Schüler der 4. Klasse, bevor die Schularten sich trennen. In diesem Alter sind Kinder noch unbeschwert und betrachten solche Aktivitäten oft als spannende und unterhaltsame Herausforderung. Ziel dieser Aktion ist es, den Schülerinnen und Schülern auf spielerische Weise näherzubringen, wie es sich anfühlt, auf Hilfsmittel angewiesen zu sein, und ihnen zu vermitteln, wie sie bei Bedarf anderen – etwa ihren Eltern, Großeltern oder auch fremden Menschen im Alltag – unterstützend zur Seite stehen können.

    Ein zentrales Element dieses Events ist es, dass die Kinder in Paaren verschiedene Stationen durchlaufen und dabei im Wechsel die Perspektive wechseln: Einmal sitzen sie im Rollstuhl und erfahren, wie es ist, auf Hilfe angewiesen zu sein, und ein anderes Mal sind sie in der Rolle des Helfers und lernen, welche Verantwortung sie übernehmen, wenn sie jemanden unterstützen. Diese Wechsel der Perspektiven fördern Empathie und Verständnis und führen in der Regel zu einem deutlich verbesserten sozialen Verhalten der Kinder.

    Durch diese Erfahrung entwickeln die Kinder ein höheres Bewusstsein für die Bedürfnisse anderer und sind besser darauf vorbereitet, in der Zukunft Verantwortung zu übernehmen und sensibel mit Menschen umzugehen, die auf Hilfsmittel angewiesen sind.

    Bei Interesse an dem Sensibilisierungsprojekt oder weiteren Fragen können Sie sich gerne bei mir melden. Ich freue mich über Ihr Interesse.

  • Aktion „Fair Parken – Richtiges Nutzen von Behindertenparkplätzen“ & "vereinfachtes Abschleppen" 

    Mann im Rollstuhl schleppt mit einer am Rollstuhl angebrachten Seilzug ein falsch parkendes Auto von einem Behindertenparkplatz ab. Spruch: "Hier werden Sie kostenpflichtig abgeschleppt. Auf Bairisch "Schleich Di"

    Teilhabe darf nicht länger an einem Behindertenparkplatz scheitern. „Ich muss nur schnell was holen“ oder „Den braucht doch eh keiner“ sind oft genutzte Ausreden von Autofahrerinnen und -fahrer, wenn sie unerlaubt einen Behindertenparkplatz nutzen.

    Dass es Menschen gibt, die auf einen breiten und nahe am Eingang gelegenen Parkplatz zwingend angewiesen sind, wird außer Acht gelassen. Dieser Bedarf wird auch mit einer immer älter werdenden und dennoch mobilen Gesellschaft immer größer.

    Nur mit weiteren Behindertenparkplätzen und der reinen Nutzung durch den berechtigten Personenkreis kann eine Teilhabe behinderter Menschen gesichert werden.

    Auf diese Thematik möchte der Landkreisbeauftragte Herr Seifert und der Arbeitskreis für Menschen mit Behinderung die Menschen aufmerksam machen. Daher organisierten sie zusammen mit dem Landkreis Miesbach eine gemeinsame Aktionswoche (05.05-11.05.22). Die Aktion soll aber über die Veranstaltungen innerhalb der Woche hinausleben, daher wurden zwei Videos gedreht und Hinweiskarten entwickelt. 

    Weiterhin wurde ein Flyer entwickelt, der sensibilisiert was jede Einzelne/jeder Einzelne selbst tun kann, um faires Parken zu ermöglichen. Er enthält Informationen für folgende Menschen mit und ohne Behinderung:

    • Autofahrerinnen und -fahrer
    • Inhaberinnen und Inhaber eines blauen Parkausweises
    • als Beobachtende
    • als Kommunale Verkehrsüberwachung
    • als Polizei

    sowie über die Möglichkeit des vereinfachten Versetzens von Falschparkern, ohne Anwesenheit von Polizeibeamten ("vereinfachten Abschleppens").

    Die Hinweiskarten können den künftig „Falschparkenden“ unter den Scheibenwischer geklemmt werden und für das Thema sensibilisieren.

    Wie kommen Sie an den Flyer und die Hinweiskarten, um sie verteilen zu können? Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

    • Sie schreiben an Teilhabe@lra-toelz.de 
    • oder rufen die Inklusionsplanung- & gestaltungsstelle vom Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen an.
    • Eine PDF-Datei zum Ausdrucken ist am Ende dieses Artikels angefügt
    • Die Flyer & Hinweiskarten liegen auch in den Rathäusern der Städte und Gemeinden aus

    Mehr Informationen zu dem Thema, die Aktion und den Videos können Sie den folgenden Zeitungsartikel entnehmen.

    Die zwei Videos sind auf dem YouTube-Kanal des Arbeitskreises für Menschen mit Behinderung veröffentlicht und können gerne geteilt oder verlinkt werden.

  • Mitfahrbänke im Landkreis 

    zwei Zeichnungen zur Mitfahrbank im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Enthält Argumente für die Beteiligung bei Mitfahrbänken und Informationen zur Nutzung. Argumente: Mitmenschen helfen und kennenlernen; Weniger Fahrzeuge auf unseren Straßen; Verbesserung der Lebendqualität; Selbstbestimmte Mobilität, wenn ich nicht mehr fahren kann/darf Anleitung: An der Bank befinden sich Zielwegweiser, die Sie je nach gewünschtem Fahrziel umklappen können; Nehmen Sie auf der Bank Platz und warten Sie auf Fahrerinnen und Fahrer, die Sie mitnehmen möchten; Sie klären das genaue Ziel ab und steigen dann dort aus; Nutzen Sie sowohl als Mitfahrer/in als auch als Fahrer/in diese effektive Nachbarschaftshilfe in unserem Dorf

    Wie in anderen Landkreisen gibt es auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Mitfahrbänke.

    Diese Bänke stehen in den sich beteiligenden Gemeinden an prominenter Stelle. Auf einem daneben angebrachten Schild kann eingestellt werden, wohin man mitgenommen werden möchte. Es kann natürlich auch im Gespräch mit dem Fahrer oder der Fahrerin ein genaues Ziel geklärt werden.

    Durch das Sitzen auf der Mitfahrbank erkennen vorbeifahrende Menschen, dass Sie gerne mitgenommen werden möchten. Die Bank bietet die Möglichkeit, außerhalb des öffentlichen Nahverkehrs zum Ziel zu gelangen.
    Bitte beachten Sie, dass die Fahrt über die Mitfahrbank nicht besonders versichert ist.

    Eine Übersichtstabelle der bisher aufgestellten Bänke finden Sie in folgender Tabelle:

    Gemeinde/Stadt

    Bankbezeichnung

    Standortbeschreibung

    Bad Heilbrunn

    Hohenbirken

    Höhe „Specker Bäck“

    Bad Heilbrunn

    Oberbuchen

    Höhe Oberbuchen Nr. 19

    Bad Heilbrunn

    Obersteinbach

    Steinbachstraße – Abzweigung Richtung Feuerwehrhaus

    Bad Heilbrunn

    Rathaus

    Höhe Badstraße 3

    Bad Tölz

    Landratsamt

    Prof.-Max-Lange-Platz 1; Hausecke Landratsamt (von  Tegernseer Straße Richtung Schnecke)

    Benediktbeuern

    Autohaus

    Landfriedstraße - Ecke Kocheler Straße

    Benediktbeuern

    Bahnhof

    am Bahnhofsplatz

    Benediktbeuern

    Feuerwehr

    Am Feuerwehrhaus – Ecke Karl-Abt.-Straße und Münchenerstraße

    Benediktbeuern

    Schwimmbad

    Schwimmbadstraße – Höhe Wohnmobilstellplatz

    Dietramszell

    Raiffeisenbank

    Ecke Münchner Straße, Raiffeisenplatz

    Dietramszell

    Ascholding Kirche

    am Kirchplatz, Bushaltestelle

    Egling

    Deining - Alte Tölzer Straße

    Ecke Alte Tölzer Straße, Bergstraße

    Egling

    St. Martin Kirche

    Ecke Wolfratshauser Straße, Tölzer Straße, Pfarrstraße

    Egling

    Endlhausen

    Altkirchner Straße, Höhe Restaurant L‘Osteria D‘Angelo

    Geretsried

    Gelting

    Buchberger Straße – Höhe Spielplatz

    Geretsried

    Waldfriedhof

    Ecke Tattenkofener Straße, Richard-Wagner-Straße – Höhe Altenheim St. Hedwig

    Münsing

    Dorfplatz

    Dorfplatz, Höhenrainer Straße

    Münsing

    Ammerland - Wimpasing

    Ecke Ammerlander Hauptstraße, Fichtenhöh

    Münsing

    Degerndorf Dorfplatz

    Ecke Dorfstraße, Höhenbühlstraße

    Münsing

    Holzhausen Feuerwehrhaus

    Feuerwehrhaus; Ecke Breitangerweg, St.-Heinrichter-Straße

    Wackersberg

    Dorfstraße

    Ecke Dorfstraße-Kirchstraße-Amorstraße

    Wolfratshausen

    Farchet

    Kräuterstraße, Höhe Parkplatz Stadion

    Wolfratshausen

    Innenstadt

    Ecke Untermarkt - Bahnhofstraße

    Wolfratshausen

    Waldram, Prälat-Maier Platz

    Bettingerstraße, Seminarkirche St. Matthias

    Wolfratshausen

    Weidach

    Weidacher Hauptstraße - Nähe Mühlpointweg

    Wolfratshausen

    XXXLutz

    Hans-Urmiller-Ring, Höhe XXXLutz Parkhaus

  • Bewusstseinskoffer - Behinderung erleben und verstehen 

    Zeichnung von verschiedenen Koffern in unterschiedlichen Farben und Formen

    Wie der Name schon vermuten lässt, ist das Ziel des „Bewusstseinskoffers“ mehr Verständnis für Menschen mit Behinderung zu schaffen, um damit bestehende Barrieren besser wahrzunehmen und mit abzubauen. Mit den enthaltenen Materialien und Informationen können die Nutzenden eigene Erfahrungen sammeln, wie sich einzelne Beeinträchtigungen auf das Handeln auswirken. So lassen sich über Einzelerfahrungen bis hin zu Kooperationsspielen kognitive und körperliche Beeinträchtigungen sowie Sinnesbeeinträchtigungen nachempfinden. Zum Beispiel kann man mit einem Lormhandschuh erleben, wie taubblinde Menschen mit dem Lormalphabet kommunizieren oder durch Brillen mit verschiedenen Seheinschränkungen und Blindenstock sich fortbewegen und vieles mehr.

    Die Idee des Bewusstseinskoffers wurde bereits in anderen Landkreisen erfolgreich erprobt. Für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen wurde von der Stelle für Inklusionsgestaltung des Landratsamtes in Zusammenarbeit mit dessen Beauftragten für Menschen mit Behinderung, Ralph Seifert, eine eigene Version zusammengestellt.

    Sowohl (vor-)schulische als auch außerschulische Gruppen können den Bewusstseinskoffer beim Medienzentrum des Landratsamtes kostenlos ausleihen. 


Dokumente: