Presseinformation
vom 30.10.2026, Nr. 181
Boden.Kultur.Bildung: Wie Kunst und Natur das Lernen über Böden bereichern
Bad Tölz-Wolfratshausen/Nantesbuch. Wie lässt sich das Thema Boden stärker in der Bildungsarbeit der Region verankern? Und welchen Beitrag können Kunst und Kultur dazu leisten? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 30 Teilnehmende beim 9. Netzwerktreffen des Netzwerks Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) Oberland, das im Herbst 2026 unter dem Motto „Boden.Kultur.Bildung“ auf Gut Nantesbuch stattfand. Neben Netzwerkmitgliedern nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie weitere Bildungsakteure aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und den angrenzenden Kommunen teil.
Den Auftakt bildete eine Exkursion zum Permakulturgarten der Stiftung Kunst und Natur. Laura Demmelmeier stellte den rund einen Hektar großen Garten und seine Grundprinzipien vor. Dabei erläuterte sie, wie der Garten zur Förderung der Biodiversität und zum Aufbau von Humus beiträgt. Zugleich zeigte sie Möglichkeiten auf, den Garten für Bildungsangebote zu nutzen, etwa bei Schulungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
Wie sich das Thema Boden auch künstlerisch erschließen lässt, veranschaulichte anschließend der Künstler Frank Fischer mit seinem Projekt „wERDschätzung“. Mithilfe eines Stoffrahmens konnten die Teilnehmenden selbst aktiv werden und einen kreativen Zugang zu lebendigen Böden erproben.
Der offizielle Teil des Treffens fand im Langen Haus auf dem Stiftungsgelände statt. Als neuer Netzwerkpartner bot die Stiftung Kunst und Natur dafür einen passenden Rahmen. Der Film „Living Soils“ führte in die Bedeutung lebendiger Böden ein und machte deutlich, wie eng sie mit unserer Umwelt, unserer Gesellschaft und unserem täglichen Leben verbunden sind. Der Film soll künftig auch für die eigene Bildungsarbeit zur Verfügung stehen.
Im Anschluss stellte Réka Rozsnyói, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung, das EU-Projekt „SOIL:OurInvisibleAlly“ vor, an dem die Stiftung beteiligt ist. Sinan von Stietencron erläuterte, wie Kunst und Kultur das Bewusstsein für die Natur stärken, Wissenschaftskommunikation unterstützen und Wissen über Böden anschaulich vermitteln können. Mit der Soil Culture Toolbox wurden zudem Bildungsmaterialien vorgestellt, die sich für die praktische Bildungsarbeit eignen.
Welche Möglichkeiten sich daraus für die Region ergeben, diskutierten die Teilnehmenden anschließend in einem World Café. Gemeinsam entwickelten sie Ideen, wie das Thema Boden stärker in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Landkreis berücksichtigt werden kann, und tauschten sich über mögliche Kooperationen aus.
„Das Netzwerktreffen hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig sich das Thema Boden in Bildungsangebote integrieren lässt. Gerade die Verbindung von Naturerfahrung, künstlerischen Zugängen und wissenschaftlicher Vermittlung eröffnet neue Perspektiven für die Bildung für nachhaltige Entwicklung und bietet wertvolle Impulse für die Zusammenarbeit in unserer Region“, betont Felix Schreiber, Klimaschutzbeauftragter im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen.
Sabine Schmid
Pressesprecherin
Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen
