Alles, was man braucht

Tiny Living im Oberland

Grundsätzlich gilt: Je weniger Wohnfläche jemand bewohnt, desto geringer sind die CO2-Emissionen, die beim Heizen oder bei der Instandhaltung entstehen. Tiny Houses gewinnen deswegeb immer mehr Fans. „Einfach gemeinsam leben e.V.“ engagiert sich für Gesetzesänderungen, die das offizielle Wohnen in den Mini-Häusern erleichtern sollen.

Für die Mitglieder von „Einfach gemeinsam leben e.V.“ sind Tiny Houses mobile Kleinwohnformen mit bis zu 30 Quadratmetern Wohnfläche. Das Äußere der Häuschen kann variieren: Manche sehen aus wie Container, manche ähneln Wohn-, Eisenbahn- oder Zirkuswagen.

„Im Idealfall ist alles drin, was man braucht“, teilt Vereinsvorstand Thorsten Thane seine Begeisterung. Alles, das bedeutet, auch ein Bad und eine Küche. Viele Tiny-Wohner haben PV-Anlagen auf ihren Dächern, denn der Trend geht eindeutig in Richtung Autarkie.

Anhänger dieser innovativen Wohnform verweisen auf den ökologischen Fußabdruck. Das ist einer der Gründe, warum der gemeinnützige Verein in der Gesetzgebung für die Tiny-Houses gerne Sonderregelungen hätte. Weitere Argumente sind die geringere Flächenversiegelung, denn die Häuschen brauchen, wenn überhaupt, nur ein Punktfundament. Außerdem sind sie im Normalfall problemlos rückbaubar. „Sie haben so viele Vorteile, die das Gesetz einfach nicht berücksichtigt“, gibt Thorsten Thane zu bedenken.

Ein Tiny House kostet, je nach Ausstattung, zwischen 5.000 und 150.000 Euro. Bei der Luxusvariante ist dann aber von der Stromerzeugung bis zur Kläranlage auch wirklich alles dabei. „150.000 klingt nach sehr viel und ist es natürlich auch“, weiß Thorsten Thane. „Dafür hat man später aber fast keine Nebenkosten mehr. Wenn man bedenkt, was hier eine Eigentumswohnung kostet, relativiert sich der Betrag.“

 

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