Suchtpräventionsprojekt HaLT

Logo Hart am Limit - Abkürzung HaLT

HaLT sagen, wenn Alkohol im Spiel ist – das sollen Jugendlichen im Rahmen des bundesweiten Präventionsprojektes HaLT lernen. HaLT steht für Hart am Limit und setzt sich intensiv mit Alkoholprävention auseinander. Die Koordination des Projektes liegt  beim Gesundheitsamt. Es arbeitet dabei eng mit vielen Partnerorganisationen zusammen, um gemeinsam mit ihnen jedes Jahr Aktionen und Kampagnen zur Alkoholprävention durchzuführen. Bei den Aktionen gehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektes direkt in die Schulen und leisten dort Aufklärungs- und Informationsarbeit. Gleichzeitig geht es um Sofort-Hilfe, wenn Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden.

HaLT-Projekt beginnt 1994

Auf Bundesebene entstand das Projekt HaLT im Jahr 2004 als Antwort auf stetig steigende Zahlen jugendlicher Komatrinkern. Nach der Spitze 2012 mit 26.673 Fällen sind die Zahlen in den vergangenen Jahren rückläufig.

Auf Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit wurde HaLT im Dezember 2007 in Bayern eingeführt. Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen war im Mai 2008 einer der ersten HaLT-Standorte. Das heutige Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege  und das GKV Bündnis (Initiative der gesetzlichen Krankenkassen) fördern das Projekt finanziell. Die zentrale Koordination wurde der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen übertragen.

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen besteht das HaLT-Projekt seit 2008 unter der Schirmherrschaft des Landrates. Dabei kooperieren die Caritas Jugendsuchtberatung, der Kreisjugendring und das Landratsamt mit dem Amt für Jugend und Familie und dem Gesundheitsamt.

 

Ziele von HaLT

  • Verhinderung des riskanten Rauschtrinkens im Vorfeld.
  • Reflexion der Konsumgewohnheiten

 

HaLT-Standards

  • HaLT ist eine Kombination von HaLT-reaktiv (indizierter Prävention) und HaLT-proaktiv, kommunal verankerte Strategie zur Alkoholprävention (universelle Prävention)
  • HaLT ist ein substanzspezifischer, auf Alkohol gerichteter Ansatz. Auch Mischkonsum ist ein Thema.
  • HaLT ist ein Netzwerkansatz, wobei die Kooperation über die „klassischen“ Netzwerke der Suchtprävention hinausgeht.
  • HaLT-reaktiv ist eine niedrigschwellige, zeitlich begrenzte Frühintervention.
  • HaLT-Standorte verstehen sich als Impulsgeber und Dienstleister im kommunalen Setting.

 

Bestandteile von HaLT

Das Projekt HaLT hat zwei wesentliche Bestandteile. Zum einen sollen Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum zur Auseinandersetzung mit diesem Konsumverhalten motiviert und sensibilisiert werden. In diesem reaktiven Projektbaustein werden Jugendliche nach einer stationär behandelten Alkoholvergiftung mit einem Gespräch noch im Krankenhaus angesprochen. Das HaLT-Team stellt für diese Kurzintervention Fachkräfte bereit, die eine Rufbereitschaft am Wochenende und täglich in den Sommerferien gewährleisten. Unter der Woche wird das HaLT-Handy auf die Jugendsuchtberatung der Caritas geleitet. Die HaLT-Fachkraft kommt nur dann ins Krankenhaus, wenn der oder die Jugendliche dies möchte. Ab 14 Jahren dürfen die Jugendlichen dies bereits selbst entscheiden. In der Regel finden neben der Sofortintervention auch Elterngespräche statt. Eine Schweigepflichtsentbindung muss von den Jugendlichen für die Ärzte unterschrieben werden, damit das HaLT-Team im Krankenhaus mitarbeiten darf.

Im proaktiven Teil spricht das Projekt Verantwortliche in der Kommune in Vereinen und Verbänden an, geeignete Maßnahmen in der Alkoholprävention zu ergreifen und auf die Einhaltung des Jugendschutzes zu achten. Der Kontakt mit den beiden Krankenhäusern im Landkreis wird regelmäßig gepflegt, u.a. findet jährlich eine HaLT-Schulung für Krankenpflegeschüler in der Asklepios-Krankenpflegeschule Bad Tölz statt.

 

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