Spatenbräufilze

Die Spatenbräufilze - und wie sie entstanden sind

 

Die Spatenbräufilze sind ein durch Torfabbau und Entwässerung beeinflusster Hochmoorkomplex mit umgebenden Streuwiesen. Sie liegen in einer großflächigen Geländemulde südöstlich von Egling im Landschaftsschutzgebiet "Mooshamer Weiher". Namensgeberin war einst die Spatenbrauerei, die bis 1886 Eigentümerin des Geländes war. Mit dem Torfstechen begannen aber erst die nachfolgenden Besitzer. Bis etwa 1960 wurde in bäuerlichen Handtorfstichen noch Torf gewonnen, der als Brenntorf und auch als Einstreu im Stall verwendet wurde.

 

Das Projekt

 

Wie in vielen anderen Hochmooren wurde in den Spatenbräufilzen viele Jahre lang Torf abgebaut. Voraussetzung für den Torfabbau war die Entwässerung. Dadurch wird den typischen Lebensgemeinschaften der Filze das Wasser abgegraben. Der Torf trocknet aus, wird besser durchlüftet und baut sich ab.

 

Trockenheit vertragende Pflanzen, wie Heidekraut, breiten sich aus, Büsche und Bäume siedeln sich an. Langsam aber sicher wird aus dem einst weitgehend offenen Moor ein dichter Wald. Die Folge: Der Lebensraum der typischen Hochmoorarten wird immer enger. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen würde er letztendlich ganz verloren gehen.

 

Auch in den Spatenbräufilzen drohten die für das Hochmoor typischen Arten und Lebensgemeinschaften langsam zu verschwinden. Es musste etwas getan werden.

 

1994 begann die Renaturierung. Die wichtigsten Maßnahmen waren die Entbuschung und Wiedervernässung des stark entwässerten Hochmoorkerns und die Vernetzung von offenen Hochmoorbereichen und umgebenden Streuwiesen durch Beseitigung von Gehölzbarrieren. Auch die Wiederaufnahme der Nutzung brach liegender Streuwiesen zur Schaffung blütenreicher Flächen war ein zentrales Ziel des Projektes.

 

Die Initiative für das Projekt ging von der Gemeinde Egling aus. Schon in der Anfangsphase übernahmen private Grundeigentümer die Entbuschung ihrer Flächen. In den folgenden Wintern führte der Landesbund für Vogelschutz (LBV) diese Maßnahmen mit zahlreichen freiwilligen Helfern auf dem Grundstück der Gemeinde Egling weiter: Gehölzbarrieren zwischen Hochmoor und Streuwiesen wurden entfernt und auf den entbuschten Flächen wurden Gräben angestaut. Im Winter wird deshalb gearbeitet, weil Schnee und Frost den empfindlichen Moorboden vor größeren Schäden bewahren. Im Sommer 1998 waren die Maßnahmen in diesem Teil der Spatenbräufilzen abgeschlossen. Auf anderen Flächen gingen und gehen die Arbeiten weiter, so z.B. auf dem 1997 vom LBV angekauften Grundstück.

 

Die Erfolge lassen sich zeigen: Typische Hochmoorpflanzen wie das Scheidige Wollgras, die Moosbeere, der Rundblättriger Sonnentau und die Rosmarinheide haben sich wieder ausgebreitet.

 

Finanzierung und Organisation

 

Viele Institutionen und Einzelpersonen tragen zum Gelingen des Projektes bei: die Gemeinde Egling als Besitzerin etwa eines Drittel der Hochmoorfläche, der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, die Regierung von Oberbayern und der Landesbund für Vogelschutz (LBV). Er übernahm 1995 die Trägerschaft für das Projekt.

Fast alle privaten Grundeigentümer konnten für eine Mitarbeit gewonnen werden. Fachliche Unterstützung kam auch von Hubert Anwander und Cornelia Siuda. 1997 konnte der LBV mit finanzieller Hilfe des Bayerischen Naturschutzfonds, des Bezirks Oberbayern und des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen ein sechs Hektar großes Grundstück kaufen.

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