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Schlachten und Töten

Sachgebiet 71 "Tierseuchenbekämpfung, Tierschutz, Futtermittelkontrolle"

 

 

Die für Sie zuständigen Ansprechpartner finden Sie hier.

 

Die näheren Bestimmungen über das Schlachten und Töten von Tieren sind im Fleischhygienegesetz bzw. der FleischhygieneV und im Tierschutzgesetz bzw. in der Verordnung zum Schutz von Tieren im Zusammenhang mit der Schlachtung und Tötung erfasst.

Nach dem Fleischhygienegesetz unterliegen Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, andere Paarhufer, Pferde, andere Einhufer und Kaninchen als Haustiere vor und nach der Schlachtung einer amtlichen Untersuchung (Schlachttier- und Fleischhygieneuntersuchung). Erlegtes Haarwild ist grundsätzlich lebendbeschaupflichtig.

Schweine, Einhufer, Wildschweine, Bären, Füchse, Sumpfbiber, Dachse sind amtlich auf Trichinen zu untersuchen.

Schlachtungen finden in erster Linie auf gewerblicher Ebene statt (Metzger, Landwirte). Eine Hausschlachtung (private Schlachtung) liegt vor, wenn das Tier am Hof ausschließlich für den Eigenbedarf der Familienmitglieder geschlachtet wird. Fleisch oder Fleischprodukte von Hausschlachtungen können nicht an Dritte, d. h. der Familie nicht zugehörigen Personen, z. B. Hausgästen,  zum Verzehr weitergegeben werden.

Schlachthöfe und Schlachteinrichtungen bedürfen einer Zulassung durch die Regierung von Oberbayern. Mit der Zulassung verbunden ist die Übertragung einer Zulassungsnummer, die EU-weit gültig ist.

Voraussetzung für eine Zulassung sind einwandfreie, hygienische Verhältnisse bei Räumen und Ausstattung, den Einrichtungsgegenständen und Arbeitsgeräten, beim Schlachten und Zerlegen und die Beachtung allgemeiner Hygienevorschriften beim Personal. In der ersten Phase des Zulassungsprozesses werden diese Kriterien und ihre Angemessenheit vom Veterinäramt überprüft, die weiteren Schritte übernimmt die Regierung von Oberbayern.

Die Fleischhygienebeschau führen amtliche Tierärzte durch. Sie werden vom Landratsamt als der für die Fleischhygienebeschau zuständigen Behörde bestimmt. Sie sind für jeweils einen der insgesamt 10 Fleischbeschaubezirke im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verantwortlich. Die Fleischhygienetierärzte erfüllen eine grundlegende Aufgabe im Dienste der Gesundheit des Verbrauchers. Durch ihre detailliert im Fleischhygienegesetz vorgeschriebenen Untersuchungen und Beobachtungen am Schlachtkörper verhindern sie den Übergang gesundheitsgefährdender Erreger und Parasiten beim Genuss von Fleisch auf den Menschen (Tuberkulose, Brucellose, Rotlauf, Trichinen, Bandwürmer). Gleichzeitig verhindern sie das Einbringen qualitativ minderwertigen Fleisches in die Nahrungskette. Bei Verdacht auf Rückstände im Fleisch oder in Organen (z. B. Antibiotika) leitet der amtliche Tierarzt über gezielte Probenentnahmen die Untersuchung ein. Dabei beurteilt er, wenn notwendig, den Schlachtkörper als untauglich für den Verzehr.

Insgesamt sorgt der amtliche Tierarzt für die geforderte Hygiene der Räume und Einrichtungen beim Schlachten, Verarbeiten und beim Personal.

 

Die Verordnung zum Schutz von Tieren im Zusammenhang mit der Schlachtung oder Tötung enthält Vorschriften und Anweisungen, um diese Ereignisse für das betroffene Tier weitestgehend erträglich und angemessen zu gestalten. Die Tiere sind so zu betreuen, ruhig zu stellen, zu betäuben, zu schlachten oder zu töten, dass bei ihnen nicht mehr als unvermeidliche Aufregung, Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen.

Vorrichtungen zum Ruhigstellen sowie Ausrüstung und Anlagen für das Betäuben, Schlachten oder Töten der Tiere sind so zu bauen, instand zuhalten und zu verwenden, dass ein rasches und wirksames Betäuben, Schlachten oder Töten möglich ist. Um diese Ziele zu erreichen, fordert der Gesetzgeber von allen an diesen Prozessen beruflich Beteiligten einen Sachkundenachweis. Die dem Nachweis zugrundeliegende Ausbildung beinhaltet Lehrstoff, z. B. über tierschutzrechtliche Vorschriften, Eignung der Betäubungsverfahren, ordnungsgemäße Durchführung des Ruhigstellens, Betäuben und Schlachten des Tieres und Wartung der für das Betäuben und Schlachten notwendige Geräte und Einrichtungen. Bei Bestehen der Prüfung erteilt das Landratsamt dem Schlachtenden eine Sachkundebescheinigung als Voraussetzung für den Beginn der Tätigkeit. Ausbildung und Prüfung werden in Bayern zentral vorgenommen.

Die TierschutzschlachtV enthält auch Anweisungen für das tierschutzgerechte Töten von bestimmten Fischarten, von Krusten- und Schalentieren:

  1. Plattfische sind durch einen schnellen Schnitt, der Kehle und Wirbelsäule durchtrennt,
  2. Krusten- und Schalentiere, außer Austern, in stark kochendem Wasser (das Wasser muss sie vollständig bedecken und nach Eintauchen der Tiere stark weiterkochen),
  3. Taschenkrebse durch mechanisches Zerstören der beiden Hauptnervenzentren,
  4. Schalentiere in über 100° C heißem Dampf
    zu töten.

 

Nach dem Tierschutzgesetz darf ein Wirbeltier nur geschlachtet werden, wenn es vor Beginn des Blutentzugs betäubt worden ist.

Ausnahmegenehmigungen für ein Schlachten ohne Betäuben (Schächten) kann das Landratsamt als zuständige Behörde erteilen. Voraussetzungen sind u. a.:

 

  1. Es ist ein Bedürfnis von Angehörigen bestimmter Religionsgemeinschaften im Geltungsbereich des Tierschutzgesetzes vorhanden, denen ihre Religionsgemeinschaft das Schächten zwingend vorschreibt,
  2. Ihnen ist der Genuss von Fleisch nicht geschächteter Tiere untersagt,
  3. Die schächtende Person besitzt eine Sachkunde,
  4. Die Schlachttiere sind mit mechanischen Mitteln ruhig zu stellen.

 

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen wurde bisher keine Ausnahmegenehmigung für das Schächten erteilt. Es erscheint schwierig unter den bestehenden, weitgehenden Voraussetzungen eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten.

 

 

"Erzeugererklärung zur Lebensmittelsicherheit"

Ab 01.01.2010 muss die "Information zur Lebensmittelkette" bei der Anlieferung aller Tierarten am Schlachthof vorliegen.

Der Schlachtvieherzeuger hat nach dem Futtermittel- und Lebensmittelhygienerecht der EU zu gewährleisten, dass von seinem Schlachtvieh keine gesundheitliche Gefahr für den Konsumenten ausgeht. Dies muss er mit der "Information zur Lebensmittelkette" (auch "Information zur Lebensmittelsicherheit" oder "Erzeugererklärung" genannt) unterschriftlich bestätigen und damit nachweislich Verantwortung übernehmen.

Formblatt "Erzeugererklärung zur Lebensmittelsicherheit"

 

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine e-mail.

Informationen hierzu finden Sie auch unter:

www.verbraucherministerium.de

 

 

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