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Blauzungenkrankheit (Bluetongue)

Sachgebiet 71 "Tierseuchenbekämpfung, Tierschutz, Futtermittelkontrolle"

Die dafür zuständigen Ansprechpartner finden Sie hier.

Allgemeines zur Blauzungenkrankheit:

Die Blauzungenkrankheit wurde bereits vor 100 Jahren in Südafrika nachgewiesen und ist seitdem in vielen Ländern Afrikas, des Nahen Ostens, seit dem Jahr 1998 auch in Südeuropa aufgetreten. Im August 2006 wurde die Krankheit nach Ausbrüchen in den Niederlanden und Belgien auch in Frankreich und Deutschland festgestellt. In Deutschland waren zunächst mehreren Betriebe in Nordrhein-Westfalen betroffen. Seitdem hat sich die Krankheit in weiten Teilen Deutschlands ausgebreitet und inzwischen auch Bayern und Baden-Württemberg erreicht.

Häufige Fragen:

  • Welche Tierarten sind betroffen?
    Empfänglich sind alle Wiederkäuer, also Rinder, Schafe, Ziegen, Gehegewild (Dam-, Reh-, Rot- und Muffelwild), daneben auch Kameliden und Wildwiederkäuer
  • Ist die Krankheit für den Menschen gefährlich?
    Nein! Auch Fleisch- und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden.
  • Wodurch wird die Krankheit hervorgerufen?
    Die Krankheit wird durch die Infektion mit dem Blauzungen –Virus verursacht, von dem weltweit bisher 24 Serotypen bekannt sind. In den Ausbruchsgebieten Deutschlands, Frankreichs, Belgiens und der Niederlande wurde der Serotyp 8 nachgewiesen, der vorher in der Europäischen Union noch nicht festgestellt wurde.
  • Wie wird die Blauzungenkrankheit übertragen?
    Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier ist nicht möglich. Vielmehr wird das Virus von kleinen blutsaugenden Stechmücken (Gnitzen) der Gattung Culicoides beim Stich eines bereits mit Bluetongue-Virus befallenen Wiederkäuers aufgenommen. Nach einer Vermehrungsphase in der Stechmücke kann der Krankheitserreger bei einer weiteren Blutmahlzeit des Insekts auf gesunde Wiederkäuer übertragen werden. Obwohl die Gnitzen von sich aus einen geringen Flugradius haben, können sie aufgrund ihrer Größe von nur 1-3 mm vom Wind über große Entfernungen verfrachtet werden und so die Krankheit weiter verbreiten.
  • Welche Krankheitserscheinungen zeigen betroffene Tiere?
    Schwere Erkrankungen sieht man vor allem bei Schafen, während die Infektion bei Rindern häufig still –also ohne sichtbare Krankheitserscheinungen- verläuft. Abweichend von diesen bisherigen Erfahrungen sind aber bei den derzeitigen Erkrankungen in Deutschland Rinder und Schafe in gleichem Maße betroffen. Darüber hinaus ist das Virus im Blut angesteckter, aber äußerlich gesunder Wiederkäuer oft monatelang nachweisbar.
    Das Virus vermehrt sich besonders gut in den Zellen, welche die Blutgefäße innen auskleiden. Zunächst kommt es dadurch zu mehrtätigem Fieber. In der Folge entstehen Blutgefäßschäden mit Rötung, Schwellung, Blaufärbung, Geschwüren und Hautdefekten beispielsweise an Zunge („Bluetongue“), Maul- und Nasenschleimhaut, Flotzmaul und Kronsaum der Klauen.
  • Wie wird die Blauzungen-Krankheit bekämpft?
    Eine ursächliche Therapie gegen den Erreger der Blauzungenkrankheit gibt es nicht. Erkrankte Tiere können nur symptomatisch behandelt werden.

Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, deren Bekämpfung in Rechtsakten der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland geregelt ist.

 

Weitere Informationen:
Die Bestimmungen für Maßnahmen nach Feststellung der Krankheit und die Maßregeln für Schutz- und Beobachtungsgebiete sind unter anderem der
Verordnung zum Schutz gegen die Blauzungenkrankheit sowie der
Verordnung zum Schutz vor der Verschleppung der Blauzungenkrankheit
zu entnehmen.

Die aktuellen Fallzahlen, die jeweils vom BMELV veröffentlicht werden, finden Sie unter
www.bmelv.de/cln_045/nn_1020208/DE/07-SchutzderTiere/Tierseuchen/Blauzungenkrankheit/Blauzungen-FaelleDeutschland2007.html__nnn=true

FLI: Blauzungenkrankheit in Deutschland

Nähere Informationen finden Sie in der amtlichen Bekanntmachung vom 20.06.08:

Allgemeinverfügung vom 20.06.2008

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