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Risiken beim Piercen und Tätowieren

Sachgebiet 6 „Humanmedizin"

Anmeldung unter

Zi.-Nr. 1.177 / EG
Tel.: 08041 / 505 - 483
Fax: 08041 / 505 - 132

g-amt@lra-toelz.de

Ihr Ansprechpartner/in

Zi.Nr. / Telefon / Fax

E-Mail

Michael Wagner
Hygienekontrolleur

Zi.-Nr. 1.152 / EG
Tel.: 08041 / 505 - 432
Fax: 08041 / 505 - 132

michael.wagner@lra-toelz.de

Tätowieren und Piercen sind aus gesundheitlicher Sicht nicht unproblematisch. Wer sich unbedingt tätowieren oder piercen lassen will, sollte zumindest vorher die hygienischen Risiken kennen und dadurch gesundheitlichen Schäden vorbeugen.

Beim unsachgemäßen Piercen können Entzündungen, Nervenlähmungen oder dauerhaft entstellende Narben an der betroffenen Stelle entstehen. Insbesondere beim Ohrpiercing kommen bis zu 35 % lokale Entzündungen vor. Der denkbar schlimmste Fall würde eintreten, wenn durch mangelhafte Gerätehygiene schwerwiegende, teils tödlich verlaufende Krankheiten, wie Hepatitis C, oder HIV übertragen würden. Auch der medizinische Laie kann als Kunde grobe Hygienemissstände erkennen.

Auf folgende Voraussetzungen ist Wert zu legen:

  • Der Tätowierplatz ist vom übrigen Standplatz räumlich getrennt zu halten.
  • Während des Tätowierens sollten sich nur der Kunde und der Tätowierer am Arbeitsplatz aufhalten.
  • Im Arbeitsbereich dürfen nur für den Tätowiervorgang erforderliche Geräte vorhanden sein. Aschenbecher, Getränke, Zeitungen usw. haben auf der Arbeitsfläche nichts zu suchen.
  • In der Nähe des Arbeitsplatzes ist ein Waschbecken mit Seifen- und Händedesinfektionsmittelspender sowie ein Halter mit Einmalhandtüchern vorzuhalten.
  • Vor Beginn der Arbeit am Kunden ist die zu tätowierende Haut großflächig mit Seifenlösung zu reinigen und anschließend mit alkoholischen Desinfektionsmitteln (zertifizierte Präparate mit VAH-Listung )zu desinfizieren. Gegebenenfalls sind Haare mit einem Einmalrasierer zu entfernen. Vor der Durchführung der Desinfektion muss die Haut trocken sein.
  • Während des Tätowiervorgangs sind Einmalhandschuhe zu tragen.
  • Vor dem Anziehen der Handschuhe ist eine Händedesinfektion durchzuführen.
  • Durchbohrende Geräte sind vor Gebrauch sachgerecht in einem validierten Sterilisationsgerät zu sterilisieren. Die eingesetzten Geräte sind einmal jährlich zu revalidieren. Die Verwendung von Einmalmaterial ist zu bevorzugen. Der Kunde sollte darauf achten, dass diese Geräte erst kurz vor Gebrauch der geschlossenen Folie entnommen werden.
  • Die verwendeten Farbtöpfchen sind Einmalgefäße und dürfen keinesfalls an verschiedenen Kunden angewendet werden. Vaseline oder antiseptische Salben zur abschließenden Hautabdeckung dürfen nur mit Einmalholzspatel entnommen und aufgetragen werden, aber keinesfalls mit der Hand aus dem Salbentopf entnommen werden.
  • Tätowieren und Piercing an Minderjährigen bedarf prinzipiell der Einwilligung der Erziehungsberechtigten.
  • Derartige Eingriffe an Kunden unter Alkohol oder Drogeneinfluss sind widerrechtlich.

Gesundheitsgefahren – kurz gefasst:

  • Infektionsgefahren durch unsaubere Instrumente, denn Blut- und Gewebsflüssigkeit können Krankheitserreger enthalten (HIV, Virushepatitis B und C, etc.) Instrumente müssen keimfrei sein!
  • Allergische Hautausschläge z. B. durch bestimmte Farbstoffe und Metalle (Nickel).
  • Wundeiterungen; die behandelten Stellen sind daher mit einem sterilen Verband abzudecken und sorgfältig zu pflegen.
  • Verletzungen vor allem von Blutgefäßen oder Nerven mit bleibenden Schäden.
  • Beim Piercen im Lippen- und Mundbereich Schäden an Zähnen und Zahnfleisch, überschließende Narbenbildung (wildes Fleisch).

Die anfallenden Abfälle (Spritzen, Nadeln, blutige Tupfer, etc.) sind in flüssigkeitsdichten und stichfesten Abfallbehältern zu sammeln und als Problemabfälle über die Entsorgungszentren "Am Vorberg" in Greiling, Quarzbichl oder beim Giftmobil zu entsorgen.

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